Im Laufe des zweiten Lebensjahres verspüren die meisten Kleinkinder irgendwann das Bedürfnis zu Kritzeln. Sie zeichnen mit Stift, Kreide, Stock oder Ähnlichem und freuen sich an ihren Spuren.Wir Kunstpädagogen sprechen bei diesen ersten Experimenten von der Kritzelphase. Auch wenn der Fachbegriff vielleicht flapsig klingen mag. Dem Kritzeln wird in der Fachliteratur eine große Bedeutung zugemessen. Zum einen sammeln die Kleinkinder beim Kritzeln besonders intensive Sinneseindrücke. Zum anderen erfahren sie, dass sie selbst ihre Umwelt gestalten können, dass ihr Handeln wirksam ist. Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit kann die Entwicklung des Selbstbildes positiv beeinflussen. Ganz nebenbei wird in der Kritzelphase auch die Feinmotorik ausgebaut und die Hand-Auge-Koordination geschult. Es lohnt sich also doppelt und dreifach, wenn wir unseren Kleinkindern Angebote zum Kritzeln machen.

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Bei uns war das Interesse an Stiften zwischen dem 14 und dem 18 Lebensmonat immer mehr gestiegen. Anfangs hatte oft noch die Kraft gefehlt, um mehrere starke Striche zu zeichnen. Mit eineinhalb Jahren platzte der Knoten dann so richtig. Das Kunstkind kritzelte seither mit allem, was es in die Hände bekam und machte vor keinem Untergrund halt. So sehr die Kritzeleien mein Künstlerherz schlagen ließen, sie mussten irgendwie in geregelte Bahnen gelenkt werden – zum Schutz der Wohnung. Meine Künstlerfreundin brachte mich auf eine geniale No-Mess-Idee für die Kritzelphase: die Kritzel- Kiste.

Für diese Kunstaktivität mussten wir noch nicht einmal wirklich etwas vorbereiten. Ich holte lediglich einen großen Pappkarton aus der Garage, kehrte den Staub weg und legte Stifte hinein. Unsere Kritzel- Kiste war so groß, dass das Kunstkind darin bequem sitzen und auch liegen konnte. Mehrmals am Tag kletterte meine Tochter in die Kiste und zeichnete Kritzel auf die Innenwände, den Boden oder die Außenwände. Als der Karton über und über farbig war, tauschte ich ihn einfach gegen einen Neue aus und der Spaß konnte von vorne beginnen.

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